Warum gibt es diesen Blog?

Darauf gibt es ein paar Antworten: seit Oktober 2008 führe ich meinen Blog „My New Life In Canada“. Nachdem ich da hin und wieder Einträge über mein Leben in Paraguay eingestellt habe, bekam ich viele Mails, Kommentare und Telefonate mit der Bitte, weitere Beiträge über diese Zeit zu schreiben.

Obwohl es genauso mit meinem Leben zu hat, passt es aber nicht unbedingt zwischen die Berichte von meiner neuen und jetzigen Zeit in Kanada.

Dazu kommt, dass aus dieser schicksalhaften Zeit der Einwanderer in Paraguay von Anfang 1900, sehr wenig niedergeschrieben wurde. Die Älteren, die es miterlebt haben, sind leider schon verstorben.

Doch mein wichtigster Beweggrund für diesen Blog ist, das Erlebte von damals an meine Kinder und Enkel weiterzugeben. Sollten sie irgendwann wissen wollen, wie es damals war, müssen sie sich keine Vorwürfe machen, den Zeitpunkt danach zu fragen, verpasst zu haben.

Genau das ist mir passiert. Als ich jung war, interessierte es mich nicht. Ich fand die Geschichten aus der alten Heimat und die des neuen Aufbaus in Südamerika langweilig und nervig.

Ich war Kind und wollte Kind sein. Als ich erwachsen wurde, hatte ich meine eigenen Träume und Verrücktheiten im Kopf. Dann hatte ich mein eigenes Leben und meine eigene Familie.

Später wollte ich es wissen, doch die Großeltern waren längst verstorben, mein Vater auch und meine Mutter war von mir zu weit entfernt.

Bestimmt habe ich im Leben viele Fehler gemacht. Anstatt darüber zu jammern, betrachte ich es als eine Lehre und versuche, es in Zukunft besser zu machen.

Doch würde mir das Schicksal einen einzigen Tag meiner Jugend zurückgeben, würde ich ihn mit meinem Großvater „Opa Dreyer“ verbringen und ihm pausenlos Löcher in den Bauch fragen!

Diesen Blog widme ich meinen Kindern

Sonja A. McGill und Stephen J. Bennett.


„Ein niedergeschriebenes Wort, wird durch seine Veröffentlichung zu einem eigenen Leben erweckt“.

Dienstag, 8. November 2011

Gift für Körper und Seele

Dieses Kapitel zu schreiben wird bestimmt nicht einfach und doch verspüre ich einen sehr starken Drang es tun. Ich werde dem Gefühl nicht los, hier im Blog nicht weiter schreiben zu können, wenn ich gewisse Ereignisse, nein… sagen wir, fast zum Alltag gehörende Tatsachen der damaligen Zeit, einfach überspringe.
Auch muss ich damit rechnen, dass nicht jeder meine Meinung teilt. Bedenkt aber, ich will niemanden hiermit wehtun und ganz besonders nicht Negatives über Menschen schreiben, die schon lange nicht mehr unter uns weilen und somit, sich nicht dazu äußern, bzw. sich verteidigen können.
Gut möglich ist trotzdem, dass gerade diese Menschen, die mir mal sehr viel bedeuteten und schon sehr lange verstorben sind, heute auch eine ganz andere Ansicht hätten. Aus ihre eigene Erfahrung gelernt haben. Vielleicht sogar ein wenig stolz und glücklich darüber sind, dass ich heute schreibe, was damals Körper und Seele zerfraß und vor allem tabu war.
Ich rede von meine Eltern und das Alkoholproblem meines Vaters.
Jeder wusste es, doch trotzdem wurde verheimlicht, gelogen und betrogen. Doch am allerschlimmsten war die ständige Angst und Alarmbereitschaft, die in mir ein innerliches Zittern auslöste. Angst, Machtlosigkeit und  Schuldgefühle machten mich immer sehr traurig. Um das wiederrum schön zu vertuschen, entwickelte ich eine etwas vorlaute große Klappe. Damals war mir das aber nicht bewusst, ich tat es instinktiv, vielleicht Schutz…?
Warum eigentlich so viel Angst? Es war der ständige Streit zwischen meine Eltern. Doch nicht nur zwischen ihnen gab es Streit. Alkohol Konsum bedeutete (fast) immer Streit! Es gab keine Feier, egal ob Geburtstag, Weihnachten oder Ostern, an der kein Streit ausbrach. Es gab keine Feier auf der wir eingeladen waren, die nicht im Streit endete. Verständlicherweise wurden wir immer weniger eingeladen, was auch nicht so einfach war, denn man kannte sich im Ort und die Feiern wurden meist mit Anwesenheit der gesamten Gemeinde ausgeübt.
Auch, einfach nur die üblichen Sonntage am Sportverein, waren meistens Anlass zum saufen und raufen. Es genügte auch einen Besuch im Tante Emma Laden oder zum Feierabend nach getaner Arbeit.
Vom Peinlichen mal ganz zu schweigen. Es war ja auch ein gefundenes Fressen für die heranwachsenden männlichen Teenager, die damals auch nichts Besseres zu tun hatten, bzw. keinen anderen Treffpunkt hatten als der Tante Emma Laden. Da war ein Betrunkener ein gefundenes Fressen, um ihre Macht und selbstgeglaubte Schlauheit zu messen und zur Schau zu stellen.
Schon als Kind begleitete ich gerne meinen Vater. Manchmal ertappte ich mich dabei, seine Beschützerin sein zu glauben. Aus diesem Grund wurde automatisch auch ich als ein verbales Angriffsziel gesehen. Die übliche Stänkerei und bestimmt nicht böse gemeint, durch meine schnellen und gespitzten Antworten, glaubte jeder es macht mir nichts aus und habe noch zusätzlich einen Heiden Spaß dabei. So war dem aber bei weitem nicht. Ich zitterte innerlich und war den Tränen nah, doch ich zeigte es nicht. Anzumuten, dass es der Beginn war (leider bis heute noch) zu glauben, ich sei eine starke Person.
Tante Emma Läden waren rundum Geschäfte. Man bekam dort alles was es gab… oder was man glaubte das es gab. Ein langgezogener Raum, eine genau so lange Theke. Unter der Theke standen Säcke mit Mehl, Zucker, Salz, etc. dahinter ein Regal mit dem Nötigsten. Vom Kaffee bis zum Buschmesser. Stoffe, Schuhe, Puder, Lippenstift und Seife. Angeschlossen war ein Lager für Vorrat und Sperrgut, sowie ein Fass mit Kerosin für unsere Lampen, usw., usw.
Vor der Theke an der Wand standen Säcke mit Bohnen, Mais, Yerba und Maniok, die gleichzeitig als Barhocker dienten. Körbe mit Bananen und Eier. Auf der Theke, ganz an der Wand, stand ein kleines Regal. Anstatt Glasscheiben waren die Seiten aus Fliegengitter. Drin stand Gebackenes, Käse oder meine über alles geliebten „Mantecados“. Übersetzt sollte es „Butterkeks“ heißen, doch die Teile wurden aus Schweineschmalz, Mehl und Zucker von Einheimischen hergestellt.
Der damalige Schnaps war aus billiger Herstellung und billig zu haben. So stand so manch einer am Tresen und trank sich die Seele aus dem Körper.
An dieser Stelle, möchte ich klar stellen, dass mein Vater damals und dort nicht der einzige Alkoholiker war, es gab Viele. Wir teilten mit sehr vielen Menschen unser Schicksal, doch hier geht es nur um unsere Familie. Der familiäre Umgang der Alkoholiker war auch sehr unterschiedlich. Es gab Ehefrauen, die haben ihren Mann immer wieder hochgeholfen wenn dieser am Boden fast bewusstlos betrunken lag,  Andere ließen ihren Mann liegen bis die eigene Ernüchterung es ihn wieder erlaubte.
Was in einem vorgeht und wie damit umgegangen wird, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Es gibt starke und schwache Menschen. Oder auch die, die es sich nicht anmerken lassen. Doch eines ist sicher; es frisst die Seele!
Früher konnte ich es nicht verstehen, doch heute weiss ich, es ist auch ein Unterschied wie man damit als angehörige umgeht. Als Tochter liebt man einen Vater ganz anders als eine Ehefrau. Als Tochter akzeptiert man viel mehr, die Wurzeln der Liebe bestehen schon durch die Geburt. Erst viel später, stößt man auf die eigentlichen Scherben des Schicksals.
Viele Menschen sagen heute noch; mein Vater hätte nicht so viel getrunken wenn meine Mutter nicht so hart gewesen wäre. Andere sagen; meine Mutter wäre nicht so hart gewesen, wenn mein Vater nicht so viel getrunken hätte. Menschen die mich gut kennen, wissen, dass ich Sätze mit wäre, hätte, könnte, würde, absolut hasse und immer versuche sie zu vermeiden. Es war so und Punkt aus! Man kann immer aus seinen Fehlern lernen und es bei nächster Gelegenheit besser machen.
Als Kind hat man keine Wahl und ist gezwungen sich anzupassen. Es ist auch unterschiedlich was es letztendlich auslöst und welche Spuren es hinterlässt. So schreibe ich heute nur über mich und lasse meine Geschwister gefühlsbedingt raus.
Ich hatte damals die Kraft… und ja verflucht, ich habe sie mir genommen und versuchte es Beidem recht zu machen. Ich war zwar immer mehr das Papa-Kind, das wiederum trug zu weiteren Problemen bei. Später gab es auch das eine oder andere Mal, da mischte ich mich ein und versuchte zu schlichten. Auch wurde ich mehrmals dazu, nicht direkt gezwungen aber ungerechter weise dazu erpresst es tun, nur um Jahre später als Schuldige dieses verfluchten Elends niedergemacht zu werden.
Schon früh lernte ich eine Sonderantenne in Alarmbereitschaft zu halten. Es war immer sowas wie auf „Eierschalen zu laufen“.
Natürlich gab es auch Situationen, die uns später zum Lachen brachten. Andere Erinnerungen lösen auch noch nach vielen Jahren Schmerz aus.
Ich erinnere mich, wir waren noch kleine Kinder und machten uns über dem (vom Vater versteckten, und von uns gefundenen) Wein aus Papas Damajuana (eine in Korb geflochtenen 5ltr Flasche) her, damit er nicht mehr zu viel trinkt. Am Ende hatten wir alle einen in der Krone.
Immer wieder traf ich auf seine geheimen Verstecke. Nicht das ich suchte, doch ich bin davon überzeugt, als Angehörige wird man für dumm gehalten. Und das vermeintliche Spiel wird mitgespielt… vielleicht um den vorgetäuschten Frieden weiter vorzutäuschen…? Oder aus Respekt…? Nur, was ist das für ein Respekt? Wie auch immer, es geschieht und das Herz klopft.
Zurück zum 3. Juli 1963, wiedermal stand eine Feier vor der Tür; Die Goldene Hochzeit der Großeltern väterlicher Seite. Ein besonderer Anlas begonnen als Familienfeier und im Chaos endend. Erinnerungen an diesem Tag und seine Nacht, sind heute noch so klar und präsent wie vor fast fünfzig Jahren.
Zu der Zeit lebten wir schon dreieinhalb Jahre mit unserer Mutter in der nahe liegende Stadt. Offiziell um dort die Schule zu besuchen. Inoffiziell gingen sich unsere Eltern an fünf Tagen der Woche, sich und ihrem ewigen Streit aus dem Weg. Vielleicht war es auch nur um wieder tief und voll Kraft zu schöpfen, und für neue Streite am  Wochenenden fit zu sein.
Der Vater lebte die Woche unter in der Kolonie und wenn irgendwie möglich, traf er mit dem Bus am Freitag oder Samstag ein und blieb bis Montag. Wir waren finanziell von seinem Kommen abhängig. Doch es gab Wochenendtage, da war seine Trunkenheit sein einziges Mitbringsel. Oft und besonders bei schlechtem Wetter, ist die 37Km Busreise zu einem zwei Tage Trip geworden. Es gab noch keinen Asphalt und die matschige Straße wurde unterwegs an zwei Stellen polizeilich gesperrt. Da ging nichts mehr vor, weder zurück. Clevere Kleingeschäftsleute bauten genau dort einen kleinen Kiosk und boten in erster Linie alkoholische Getränke an.
Ach war das immer eine scheiß Situation. Irgendwie war ich glücklich darüber, dass mein Vater kommt. Doch um zu näher der Tag rückte, umso beängstigend wurde es auch.
Ich will nicht sagen, dass ich als Kind verkrampft und mit Herzklopfen bis zum Hals, mehr unters Bett als entspannt und Kinderglücklich auf meinem Bett lag, doch es kam schon recht oft vor.
Das Familienfoto der Goldenen Hochzeit, am frühen Nachmittag, als die Welt noch in Ordnung schien. Aufgenommen von einem Gast, der von Beruf selbsternannter Besserwisser und Fotograph war. 


Unsere Mutter mit uns vier Kinder, Eine Haushaltshilfe (die brauchten wir zu der Zeit, denn meine Mutter hatte 3-5 Jungs die vom Lande stammten, die bei uns unter der Woche wohnten und zur Schule gingen.), der offizielle Freund der Haushaltshilfe, der zu der Zeit gleichzeitig schon der inoffizielle Freund von meiner Schwester war, sind für diesen Tag raus aufs Land zu Großeltern und Vater.
Es war keine große Feier. Ein paar Nachbarn und ein paar Freunden waren am Nachmittag auf Kaffee und Kuchen eingeladen. Die mussten alle eine nicht zu kurze Strecke zu Pferde zurücklegen, daher auch unmöglich und gefährlich, erst bei Dunkelheit zu reiten.
Als der Abend anbrach, steigerte sich der Promilleanteil in Vaters und Großvaters Blut. Der Wortwechsel wurde auch immer lauter. Zwei betrunkene Dickschädel gerieten immer heftiger einander. Jeder, der einen Versuch wagte zu schlichten, viel schuldlos mit ins Gefecht und wurde aufs ärgste niedergemacht.
Endlich war es möglich, die zwei Obermachos auseinander zu bekommen und wir gingen alle in unserem Haus. Wir gingen ins Bett, es herrschte kurz Ruhe, dann ging der Spaß erst richtig los. Mein Vater beschimpfte und beschuldigte zuerst meine Mutter, dass sie was mit dem offiziellen Freund der holden Magd und inoffizielle Freund meiner Schwester hat. Gott sei Dank wusste er nicht, dass er eigentlich schon der Freund von meiner zu der Zeit 14 Jähriger Schwester war, er hätte ihn mit Sicherheit erschossen. Trotzdem, er fuchtelte nicht nur mit seiner Waffe, es viel auch ein Schuss. Ich kann nicht sagen, ob Vater auf Jemanden gezielt hatte und sein Ziel nur verfehlt hat, oder ob es einfach nur so wie eben seine Art war tat, quer in die Luft zu schießen um seine Macht bei Trunkenheit zu unterstreichen. Es war dunkel und ich konnte nur vorbeihuschende Gestalten und Taschenlampenstrahlen wahrnehmen. Außerdem war mein Logenplatz wiedermal unterm Bett. Unser großer Bruder (18) mischte sich zu dem Zeitpunkt ein. Nahm unserem Vater seine Waffe weg und versuchte zu schlichten.
Ich höre Papa heute noch schreien; „Dame mi arma, carajo… dame mir arma, carajo“ (gib mir meine Waffe, Karacho). Um eventuellen Unheil zu vermeiden, gab mein Bruder nicht nach. Als Strafe verlangte Vater den Motorradschlüssel von der alten Maschine die eigentlich mein Bruder gehörte. Trotz Trunkenheit, wusste aber unser Vater, dass mein Bruder keinen Schlüssel braucht um irgendein Motorrad zu fahren. Er verlangte von seinen damals noch nicht offiziellen zukünftigen Schwiegersohn, dass er ein Teil von der Maschine entfernt, damit mit Sicherheit nicht damit gefahren wird. Welch eine sinnlose und sture Strafe, er selbst konnte eh nichts mit der alten Mühle anfangen!
Es war gegen Mitternacht, der Streit nahm kein Ende. Im Halbdunkeln packte Mutter unsere Sachen zusammen und wir Kinder, Mutter und holde Magd, verließen das Haus. Mutter meinte für immer.
Mein großer Bruder und mein inoffizieller zukünftiger Schwager blieben beim wütenden Vater. Heute erinnert mir die damalige Situation ein wenig an der Geschichte vom Bauern, der in seinem Boot eine Ziege, einen Kohlkopf und einen Wolf über den Fluss bringen soll, kann aber immer nur eines mitnehmen. Die Frage ist in welcher Reihenfolge kann er es tun, damit der Wolf nicht das Schaf und Schaf nicht den Kohl frisst?
Wären die Beide mit uns gegangen, hätte mein Vater noch mehr Eifersuchtsphantasien gesponnen. Wäre der große Bruder mit uns und der Mann bei meinen Vater geblieben… ja genau, da hätte der Wolf womöglich das Schaf gefressen.
Der Bus kam aber erst ca. 05:30 an der Hauptstraße vorbei. Wir sind trotzdem mitten in der Nacht die 420Mtr bis zur Straße runter und versteckten uns im gegenüberliegenden Wald. Es war meine erste Nacht unterm freien Himmel. Wir Kinder versuchten ein wenig zu schlafen… ich weiss nicht, ob und wer geschlafen hat.
Zum Glück regnete es in der Nacht nicht. Nicht wegen schlafen im Wald, sondern wegen den bei Regen gesperrten Straßen. So kamen wir müde, verängstigt und ein wenig durchgefroren (Juli ist bei uns Winter) am nächsten Morgen in Villarrica an.
Ein wenig später kam mein Bruder auf sein Motorrad nach. Wie immer; hinterher tat es meinen Vater so sehr leid!
Ich frag mich, trotz Alkoholvernebelung, muss ein Mensch doch wissen wie sehr er einem weh tut, oder? Worte können so weh tun und sind im Bruchteil einer Sekunde gesagt, doch schmerzen können sie ein ganzes Leben. Was nützt da ein „tut mir leid“ wenn sich nichts ändert? So war es auch bei uns. Ich brauchte viele Jahre um zu verstehen, warum meine Mutter zu ihren eigenen Schutz sich immer mehr von meinen Vater abwand. Es war die einzige Möglichkeit, sich selbst von den vielen Endtäuschungen zu schützen.
Da ich einen guten Draht zu Papa hatte, versprach er mir auch immer wieder sich zu ändern. Mein Herz flippte vor Freude fast aus der Hülle, später tat jedes Versprechen nur noch weh.
Nach ein paar Tagen kam mein Vater total nüchtern und voller Reue wieder. Meine Eltern unterhielten sich lange, es ging wieder eine Weile gut… wie gesagt; eine Weile.
Ich erinnere mich als meine Mutter zu mir sagte; „diesmal hat er es ganz fest versprochen“. Vielleicht sagte sie es zu mir, um sich selbst zu überzeugen. Als Kind achtete ich nicht auf den beiliegenden Ton ihrer Worte.
Es war eine andere Zeit. Alkohol Missbrauch war damals auch keine Krankheit. Es war nicht nur eine Schande, es war auch eine Schwäche und Schwache mussten sich irgendwie auf eine andere Art stark zeigen, oder sie wurden vernichtet.
Am Ende bleiben Erinnerungen, die ein paarmal zu oft an der Seele geknappert haben.
Liebe Grüße!

Kommentare:

  1. Ach liebe Ela, das haste schön geschildert, genau so wars für mich auch und ich denke auch für alle Geschwister. Ich wurde zu meiner Kindheit Profi in Unsichtbar sein... und bin immer es noch, ja so eine Kindheit prägt das ganze Leben. Unser Leben War herrlich schön in der Natur von Paraguay....und schrecklich Schlimm durch den Alkohol. In der heutigen Zeit kann ich mir das ja aussuchen und dulde deshalb in meinen Leben keine Säufer, und schon gar nicht als Partner, das hab ich mir schon als Kind geschworen.
    Mir sind die Tränen beim lesen gekommen, wir mussten so viel ertragen! Aber irgendwie war es das normale Leben, oder? Wir kannten es nicht anders.
    Na denn abrazos y besos de tu hermana
    Isolde

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  2. Hallo Ela,

    liebe Gruesse aus der Ferne. Ich lese gerne deine Geschichten.Die letzte hat mich ganz besonders angesprochen. Es gibt so viele Formen von Leid aber auch viel Schoenes. Wenn du Lust hast schau auch mal bei mir vorbei. www.goatdairy-tobago.com und lese etwas in meinen Blogs

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  3. Hallo Ella,
    finde deinen Bericht mal wieder äußerst lebhaft, ja und auch traurig, aber wie von dir bekannt, trotz allem, immer doch auch mit etwas Witzigem zwischendurch ausstaffiert. Das Foto finde ich Klasse. Heute auf den Tag genau vor 27 Jahren am 8.November 84 ist mein Vater an Leberzirrhrose gestorben mit nur 52 Jahren. Ich kann auch nur bestätigen, dass es bei uns daheim auch als mal unsinnigen Streit gab. Bin ja früh von zuhause fort, habe es später auch nicht mehr so mitbekommen, das Problem war aber geblieben. Auch heute noch ist das ein schwieriges Thema in vielen Familien, nicht nur in Paraguay, ich denke es ist weltweit. Der erste Schritt wäre ja schon mal anzuerkennen, dass man da alleine und ohne fremde Hilfe nicht rauskommt, wie bei jeder Sucht.
    Ella, sei und bleib stark!!!

    DANKE noch für die lieben Grüße über Erika E. als ich gerade in PY war.
    Dir alles Gute und ganz liebe Grüße
    Anni

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  4. Liebe Ela, trotz deiner schweren kindheit hast du dir ein hoffentlich sehr glückliches leben aufgebaut, dazu gratuliere ich dir von ganzem herzen! lg kri

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  5. Liebe Ela, schön, daß du bei mir gelandet bist. Ich schreibe ja eher "nichts", so daß ich auch mal flugs einen Beitrag einstelle. Bei dir ists ja unglaublich interessant, wie ein Buch. Ich habe eben nur mal kurz reingeschaut und werde in Ruhe wiederkommen. Ich blogge ja erst seit Juli und hätte nie gedacht, wie einen das gefangen nehmen kann, weil es wahnsinnig interessante Blogs gibt, wie zB. deiner. Tschüß bis bald. Margarethe

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  6. Liebe Ela, danke dass Du diesen doch nicht so schoenen und einfachen Abschnitt Deines Lebens mit uns teilst!
    Dicken Knuddler und lieben Gruss in den Westen,
    Sue

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  7. Wunderbar geschrieben... und Erinnerungen wurden wach!
    Solche oder ähnliche Szenen kenn ich noch aus meiner eigenen Kindheit.
    Der Alkohol hatte damals auch meine Familie zerstört und unsere Mutter machte sich mit ihren 3 Kindern in einer Nacht und Nebelaktion auf und davon.
    Es scheint mir, als wäre es erst gestern gewesen... aber dieses gestern war vor 57 Jahren...!!!!!!!
    LG

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  8. liebe ela. das ist so wunderbar geschrieben..
    alkohol spielte bei meinen eltern keine große rolle.
    doch der ständige streit fast kriegssituation zuhause hat mich immer zum schämen gebracht und zum mich schlecht oder verantwortlcih fühlen.. und nun.. tja nun weiß ich nciht...
    ach ich rede nur wieder wirres zeugs =)
    ich finde deine art zu schreiben sehr mitnehmend, sie ruft erinnerungen wach. alles liebe, deine joy ♥

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  9. Taps-Taps... anklopf... hereinschleich und guck!
    Keiner Zuhause?
    Traurig tieflufthol und ganz dolle schnief mach...
    Zettel auspack und Notiz hinterlass:

    Wie versprochen möchte ich mich auch bei dir hier noch einmal melden!
    Dir und deine Lieben wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2012... und mir, dass unser netter Kontakt weiterhin bestehen bleibt!
    LG-GiTo

    Ich wünsche dir:
    Besinnliche Lieder, manch´ liebes Wort,
    Tiefe Sehnsucht, ein trauter Ort.
    Gedanken, die voll Liebe klingen
    und in allen Herzen schwingen.
    Der Geist der Weihnacht liegt in der Luft
    mit seinem zarten, lieblichen Duft.
    Ich wünsche dir zur Weihnachtszeit
    Ruhe, Liebe und Fröhlichkeit!
    Autor Unbekannt

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  10. hallo Ela,
    es ist für mich eine große Freude dich kennenzulernen. Es war eine große und schöne Überraschung dich zu sehen. Du schenkst uns eine Geschichte mit vielen Erinnerungen. Diese ist in der Tat eine sehr traurige Geschichte, aber ich bin mir sicher, dass du andere wunderbare y fröhliche Aspekte deiner Erinnerungen für uns parat hast.
    Danke für deine Ehrlichkeit in deiner Erzählung.

    herzliche Grüße^^

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  11. Liebe Ela!
    Nun hast du dich bei mir angemeldet,kurz, bevor ich zu Jimdo umziehe. Aber ich finde deine Seite spannend und aufschlussreich und werde es, wenn ich zu kommen, ganz in Ruhe lesen.
    Mein neuer Blog hat hinten einfach nur jimdo.com dran anstatt blogspot.com
    bogenregen.jimdo.com

    LG Berta ♥

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  12. Damals, sin duda tu es muy interesante, ese mundo que has recorrido te ha dado experiencias incalculables, con idiosincracias variadas, te seguire ya, te invito a participar de mi blog, papelesanimados,blogstop.com, saludos, Danae

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  13. Liebe Ela,

    nun habe ich ihn durchgelesen, Deinen Blog mit all diesen lustigen, anrührenden, nachdenklichen und informativen Geschichten und bin grad ganz traurig, dass es nichts mehr zu lesen gibt.
    Dass Dein Blog nun (vorerst?) mit dieser ungeschönten Geschichte endet, macht mich ebenfalls traurig. Du hast das Erlebte so hautnah beschrieben, dass man den Schmerz, den Du und Deine Geschwister als Kinder erleiden musstet, regelrecht fühlen kann.
    Ein bisschen erinnert mich das Geschriebene an meine eigene Kindheit. Alkohol spielte bei meinen Eltern keine große Rolle, aber es gab genügend andere Dinge zum streiten. Laut und heftig. Manchmal mit Schlägen. Oft mit zerbrochenem Geschirr.
    Als Kind sitzt Du mental dazwischen, hast beide Elternteile lieb und willst nicht Partei ergreifen. Als Erwachsene kann ich manche zerbrochene Kaffeetasse, die an unserer Wand landete, nachvollziehen...

    Danke, dass Du all diese Erinnerungen hier mit Deinen Lesern teilst. Ich hatte großen Spaß beim lesen und ich hoffe sehr, dass Du mit Deinen Geschichten noch nicht am Ende bist. Zwischen diesem Blog und dem Canada-Blog gibt es sicherlich noch eine Menge zu erzählen, nicht wahr?! ;)

    Herzliche Grüße aus Köln von
    Britta

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